• Die Feuerwehr Reute- Gaisbeuren
    braucht Sie!

Chronik der Feuerwehr Reute!

 

Die Aufgaben und Möglichkeiten eines Feuerlöschwesens bestanden in alten Zeiten darin, daß jeder Einwohner, der von Alter und Konstitution her dazu in der Lage war, im Brandfalle zu einem zumutbaren Einsatz moralisch verpflichtet war, was im Lauf der Zeit gesetzlich geregelt wurde. So kam die Verpflichtung für jeden Bürger zustande, einen ledernen Feuerlöschkübel vorzuhalten, entsprechend der früheren Art des Löschens, wie Schiller im Lied von der Glocke sagt: "Durch der Hände lange Kette um die Wette fliegt der Eimer." Es liegt auf der Hand, daß die Gemeinde sich verantwortlich wußte für die Bereitstellung, Aufbewahrung, Verwaltung und Instandhaltung weiterer geeigneter Geräte wie eines Satzes von Kübeln, Leitern und Haken zum Einreißen gefährdender Mauern und Wände. "Verantwortliche" für das Gerät und für die Einsatzleitung waren zu bestimmen. So war der vom Chorherrenstift in Waldsee als dem Grundherrn eingesetzte "Amann" zuständig für das Feuerlöschwesen schon ums Jahr 1500. Er verpflichtete auch den "Feuerläufer" , der die Bürger zum Brandplatz rief. Im Fürstlich Waldburgischen Archiv in Wolfegg finden sich Eintragungen über Regelungen für die "Reutener Feuersozietät" für die Jahre 1764 bis 1787 und für 1791.

 

Demnach war das Löschwesen schon fest organisiert. 1830 wird erstmals eine Feuerspritze angeschafft. Preis 700 Gulden. 1847 wird mit der Gemeinde Gaisbeuren ein Einsatzvertrag abgeschlossen.

Im Jahre 1886 hat das damalige Gemeindekollegium die Pflicht- Feuerwehr eingeführt, in der jeder männliche Einwohner zwischen dem 18. und 50. Lebensjahr, mit Ausnahme der Kranken und Gebrechlichen, dienstverpflichtet wurde. Die Feuerwehr wurde in 5 Züge aufgeteilt.

 

  • Der 1. Zug bestand aus 25 Steigern und 8 Schlauchlegern
  • Der 2. Zug, die Spritzenmannschaft, bestand aus einem Zugführer, einem Spritzenmeister,dessen Stellvertreter und 16 Mann.
  • Der 3.. Zug war die Ablösungsmannschaft zur Spritze und bestand aus einem Zugführer und 16 Mann.
  • Der 4. Zug waren die Wasserträger und Wasserschöpfer, welche aus einem Zugführer und 15 Mann bestand.
  • Der 5. Zug, die Flüchtungs- und Wachmannschaft, ein Zugführer und 13 Mann.

 

Insgesamt waren dies 89 Mann, wozu noch die Feuerboten, Stromläufer, Laternenträger, Bachschweller, Wasserführer usw. kamen. Nach der Bezirksfeuerlöschordnung; welche vom Oberamtsbezirk Bad Waldsee erlassen wurde, bildeten die Gemeinde zusammen mit

Gaisbeuren, Steinach, Waldsee und Schindelbach einen

Brandhilfsverband, d.h., sie mussten sich bei größeren Bränden

gegenseitig unterstützen. Damit keine Verwirrung auf dem Brandplatz zustandekam und die Kommandanten und Zugführer die Übersicht behielten, hatte jeder Zug bestimmte Ärmelabzeichen.

 

  • Der 1. Zug, Steigerretter, Schlauchleger, hatten ein gelbes oben und unten mit einem roten Streifen eingefasstes Armband.
  • Der 2. Zug, die Spritzenmannschaft, ein rotes oben und unten mit einem schwarzen Streifen eingefasstes Armband.
  • Der 3. Zug, die Ablösungsmannschaft zur Spritze ebenfalls mit einem roten oben und unten mit schwarzem Streifen eingefasstes Armband.
  • Der 4. Zug mit einem blauen oben und unten mit weißen Streifen eingefasstes Armband.
  • Der 5. Zug, die Flüchtungs- und Wachmannschaft mit einem weißen oben und unten mit blauen Streifen eingefasstes Armband.

 

Der Kommandant wurde grundsätzlich nur vom 1. Steigerabteilung und Zug, der den anderen 4 Zugführern gewählt.

 

Die Feuerwehr wurde in den einzelnen Teilorten wie folgt mit Wasser versorgt.

 

Reute

Durch den Ort Reute fließt der Durlesbach, hier waren 4 Schwellvorrichtungen eingerichtet, weiterhin waren bei den meisten Gebäuden Pumpbrunnen vorhanden.

 

Heurenbach

In Heurenbach waren 2 laufende Brunnen und 2 Pumpbrunnen.

 

Magenhaus

In Magenhaus 4 Pumpbrunnen.

 

Möllenbronn

In Möllenbronn war die Ach als Wasserversorgung vorhanden

sowie auch Pumpbrunnen.

 

Alarm- und Feuerzeichen

War ein Brandfall in der Gemeinde ausgebrochen, so wurde dieser durch einseitigen Anschlag aller Glocken, beginnend mit' der großen Glocke, kundgetan. Weiterhin natürlich auch mit dem Feuerhorn.

War ein Brandfall in der Nachbargemeinde ausgebrochen, so wurde dies ebenfalls mit dem Anschlag aller Glocken, beginnend mit der kleinen Glocke, kundgetan. Und ebenfalls mit dem Feuerhorn.

 

Die Pfarrchronik berichtet von verschiedenen Bränden in Reute und Umgebung

  • Die Zehntscheuer (jetzt die alte Schule) wurde 1632 von Schweden und verbündeten Württembergern niedergebrannt und wurde 1730 das Opfer eines Blitzstrahles.
  • am 2. Mai 1849 brannte es bei Steinhauer Lämmle in Reute,
  • am 9. Nov. 1849 bei Steinhauser und Kempter in Gaisbeuren,
  • 1850 bei Bierbrauer Joseph Schuhmacher in Reute
  • am 5. Nov. 1856 brennt "der Greuthof“ ab.
  • 1894 schlägt der Blitz im Juli zur Mitternacht in das Bauernhaus Wirbel
  • 1897 am 2. August passt die Witwe Brauchle beim Butterauslassen nicht auf, das strohgedeckte Wohn- und Ökonomiegebäude steht in Flammen.

 

Viele Häuser waren noch strohgedeckt.

  • 1867 brannten in Kümmerazhofen 9 Häuser ab.
  • 1906 brennt in der Nacht vom 20. auf 21. Mai in Waldsee die Schule fast ganz ab. "Große Verdienste hat sich beim Löschen des Brandes die Feuerwehr von Reute erworben" und so weitere

Häuser vor dem Feuer bewahrt.

  • 1910 bricht beim "Muschelbauern" Matthias Baur ein" verdächti­ger Brand aus.
  • Der spektakulärste Einsatz war am 24. Januar 1957, als die Kirche brannte. Dem Brandobjekt konnte wegen seiner Lage schwer zu Leibe gerückt werden. Auch die Ravensburger Wehr konnte nur mit indirektem Strahl über das Hauptschiff den bren­nenden Südtrakt erreichen, bis das Wasser die Decke des Seitenschiffs zum Einsturz brachte, so dass über Leitungen durchs Kircheninnere der gefräßigeFlammenherd unmittelbar unter Wasserdruck genommen werden konnte.

 

Die Männer von der Feuerwehr übernahmen auch andere Aufgaben und Auftritte.

 

  • Am 26. Juli 1885 rücken sie bei der Primiz von Josef Schuhmacher aus Kümmerazhofen aus,
  • ebenso bei der Prozession am Schlusstag der Mission 1886.
  • Bei einer Wallfahrt 1893 von 800 Biberachern nach Reute heißt es: "Eine Abteilung Feuerwehr sorgte beim Einzug und Abgang fürFernhaltung jeglicher Störung"

Soweit ein Blick in die Chronik.

 

Im Jahre 1935/36 wurde die bestehende Pflichtfeuerwehr abgelöst durch eine freiwillige Feuerwehr. Der Kommandant wurde durch den Wehrführer abgelöst. War die Mannschaftsstärke im Jahre 1887 noch 89 Mann, so schrumpfte sie während der Weltkriege auf 40 bis 45 zusammen, nach dem 2. Weltkrieg waren es noch 28 Mann.

Heute hat die Abteilung Reute noch eine Stärke von ca. 25 Mann.

Im Jahre 1905 hat die damalige Gemeinde Reute eine vierrädrige

Saugdruckfeuerspritze zum Preis von 1 550,-- Mark angeschafft. Die Feuerspritze wurde dann der Feuerwehr Möllenbronn übergeben. 1910 wurde eine zweirädrige mechanische "Biberacher Leiter" mit zwei Stützen, zweiteilig, 14 m hoch zum Preis von 1 630,-- Mark angeschafft, welche jetzt noch vorhanden ist.

 

Im Jahre 1934 wurde die erste Kleinmotorspritze angeschafft, diese wurde abgelöst 1966 durch die Anschaffung eines LF 8 und 1986 wurde diese ersetzt durch 2 TSF.

Die Zehntscheuer ( alte Schule) in diesem Gebäude mit Feuertradition

war sinnigerweise seit der Erstellung der neuen Schule (1964/65) das

Feuerwehrheim mit dem 1966 erworbenen Löschfahrzeug und weiterem Gerät untergebracht.

Durch die Anschaffung von 2 TSF wurde es notwendig, dass ein neuer Unterstellplatz zur Verfügung gestellt wurde. Zuerst wurde erwogen, die Fahrzeuge im Untergeschoß der alten Raiffeisenbankgebäudes unterzubringen, dies wurde jedoch von übergeordneter Stelle sowie auch von der Mannschaft abgelehnt. Als Standort wurde dann der Platz hinter der alten Schule festgelegt. Hier mussten jedoch bestimmte Auflagen vom Denkmalamt erfüllt werden. Das neue mit viel eigenen Arbeitsleistungen gebaute "Feuerwehrgerätehaus mit Floriansstube" fügt sich jetzt gut in diesen Raum zwischen alter Schule und Pfarrhaus ein.

 

Bisherige Feuerwehrkommandanten

 

  • 1885 – 1907 Georg Friedrich „Bauer“
  • 1907 – 1915 Josef Göser „Landwirt“
  • 1915 – 1917 Georg Friedrich „Bauer“
  • 1917 – 1919 Anton Schuhmacher
  • 1919 – 1924 Adolf Maucher „Landwirt“
  • 1924 – 1936 Alfons Hepp „Kaufmann“
  • 1936 – 1940 Josef Kösler „Schreinermeister“
  • 1940 – 1945 Josef Kösler als komisarischer Wehrführer
  • 1945 – 1946 Franz Maucher
  • 1946 – 1953 Josef Hepp
  • 1953 – 1975 Franz Schuhmacher
  • 1975 – 2003 Erwin Miller „Hausmeister in der Schule“
  • 2003 – 20.10.2014 Bernd Miller „Informatiker“

 

Die erste Gruppe der Feuerwehr Reute hat am 4.Mai 1974 unter Kommandant Franz Schuhmacher das erste Leistungsabzeichen erworben.

Die zweite Gruppe am 16.Mai 1981 unter Kommandant Erwin Miller.

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